Montag, 14. August 2017

Schiacciatine - ein kleines Stück Florenz im Mund und am Gaumen.

Hallo, ihr Lieben.... welch ein Genuss dieser Sommer ...im Regen weggespült .
So sah das hierzulande an den Gestaden den Oker aus. Wäre es Winter gewesen hätten wir wunderbar Schlittschuh laufen können. Also ihr so.....nicht ich! :D



Okermühle Hedwigsburg.


Ungetrübtes Ferienglück?
Back ihr mir.

Schicciatiata ist die toskanische Variante der allseits beliebten Focaccia. Nur eben viel besser, viel eleganter, viel toskanischer?
Schöner als die großen Teigflatschen, sind die kleinen und feinen Schiacciatine. Handtellergroße Fladen belegt mit allem was meinen sonnenhungrigen Magen von ihnen heraus jubilieren lässt.
Tomaten, rote Zwiebelchen, Zucciniblüten, was immer das Herz und der Magen begehrt und der Teigling obenauf absorbiert.
Italienische Küche ist einfach die Besten. Im besten Sinne einfach und gut. Ohne Schnickschnack, ehrlich und wunderbar.

Schiacciatine





Der Teig ist der, der üblicherweise für die Schiacciata zubereitet wird und geht so:

250 gr.  frische Milch, handwarm
  20 gr.  Frischhefe
500 gr.  Mehl Tipo 00
  10 gr.  Meersalz
  90 ml  Olivenöl, kaltgepresst
  40 gr.  Schweinschmalz, Butter oder eine beliebige vegane Fettvariante, in Zimmertemperatur

Belag mit roten Zwiebeln

2 rote Zwiebelchen, fein gehobelt, wenn möglich hauchdünn
15 gr. Butter
2 Essl. natives Olivenöl
Thymian frisch vom Zweig gerebelt.

Belag mit Tomaten

Roma Tomaten in sehr, sehr dünne Scheibchen hobeln.
Meersalzflocken
Basilikumblättchen.



Die Hefe in der handwarmen Milch auflösen, und einige Minuten vor sich hinmurkeln lassen.
Derweil mischt ihr Mehl mit Salz und siebt das hernach in die Hefemilch.
60 ml Olivenöl und das Schmalz oder jedwede genehme Fettvariante hineinwerfen und mit dem Küchenmaschinchen 10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten lassen.

Nun solltet ihr eine hübsche Teigkugel haben, die ihr in einer gefetteten Schüssel solange schlafen lasst bis die kleinen Hefegeister sie mehr als verdoppelt haben.
Bei dem Wetter kann das schon mal etwas mehr als eine Stunde dauern.
Nach den Schönheitsschlaf kann das Teigbällchen dann so ausschauen:




Schon mal den Backofen anfeuern, er sollte gute 220 Grad haben. 

Während der Ruhephase kann man wunderbar die Beläge vorbereiten, 
Rote Zwiebeln hobeln mit den Thymianblättchen und einer Prise Meersalz leicht anschwitzen und beiseite stellen.

Tomaten in dünne Scheibchen hobeln und ebenfalls beiseite stellen.



Den Teig aufwecken und auf eine leicht bemehlte Arbeitsplatte hüpfen lassen, leicht flachdrücken.



Nun Teigbällchen von ca. 45 gr. abstechen , rund schleifen und kurz rasten lassen.



Ein Backblech mit einem Backpapier parat stellen, die Teiglinge mit den Händchen zu runden, flachen, kleinen Scheiben ziehen, 
Selbige nun auf dem Backblech plazieren und nochmal für gute 15 bis 20 Minuten rasten lassen.
Dann wieder mit den Fingerchen in die gewünschte Form drücken - rund sollen sie sein. 



Die Teiglinge nun dünn mit bestem Olivenöl bepinseln und die gewünschten Beläge aufschaufeln.
Wie man es mag.



In den Backofen mit den kleinen Lieblingen, vorher einen Eiswürfel auf ein Backblech am Boden des Backofens um einen Schwaden zu den kleinen Schiacciatine zu bringen, damit sie hübsch braun und knusprig werden. 15 Minuten backen, dabei ein Auge darauf haben, das sie nicht zuuuuu braun werden. Gegebenenfalls die Temperatur herunterregeln.

Noch warm zu einem Glas Brunello geniessen.


Bon Appetit! 








Mittwoch, 9. August 2017

Devils Foodcake nach Nigella Lawson - Teuflisch, himmlische Sünde

Für diesen Schokoladenkuchen gibt es zahlreiche unterschiedliche Rezepte. Mich reizte an dieser Variante die einfache Zubereitung mit dem größtmöglichen Genuß.






UND, ich liebe Nigella.
Anglophil  wie ich bin, steh ich auf Keats und Byron, auf George Bernard Shaw und Jane Austen.    (Und das lange vor der Austenmania der irren Instergirls!)

Und ich mag, tata, englische Küche, die längst nicht so schlecht ist wie ihr Ruf.
In England zumindest glaubt man das unsere Küche grottenschlecht ist, beruht also auf Gegenseitigkeit, diese schlechte Meinung hinsichtlich der jeweiligen Kochkünste.

Allerdings bin ich überzeugt das Devils und Angels Foodcake eine, sozusagen Ur-Amiland Erfindung sind, schon hinsichtlich der Fettmengen die da hineingearbeitet werden.
Aber wie schon häufiger erwähnt, ihr tut eurem Kardiologen einen Gefallen, er braucht ja hinreichend Lehrmaterial. :D


Nun zum Rezept:

Bevor es losgeht, erstmal Backofen vorheizen. Angenehme 180 Grad Ober und Unterhitze, hätte der Teufliche gerne.
Und dann fettet ihr zwei Springformen mit zwanzig Zentimeter Durchmesser mit einem Bütterchen und legt eine Scheibe Backpapier auf den getetteten Boden.

  50 gr.       bestes, allerbester Kakao, entfettet und ungesüsst
100 gr.       dunkler Muscovado Zucker,
250 gr.       kochendes Wasser.

in dem kochenden Wasser löst ihr das Kakaopulver und den Moscovado Zucker. Und stellt nun das Töpfchen zum Abkühlen beiseite.

125 gr.      ungesalzene Butter, ( ich - Süssrahmbutter )
150 gr.      Kristallzucker

in der Küchenmaschine schon fluffig rühren, bis die Butter ganz hell wird.

225 gr.     Kuchenmehl  Typ 405 ( ich - Patisseriemehl)
1/2 Teel.  Backpulver
1/2 Teel.  Natron

mischen und in eine seperate Schüssel sieben und beiseite stellen.

  2   Teel. Vanilleextrakt
  2   große Eier ( L)

Vanilleextrakt unter die Butter-Zuckermischung rühren.
Nun folgt ein Ei, danach einige Löffel der Mehlbackpulvermischung, dann wieder ein Ei , dann wieder die Mehlmischung. Das Mehl löffelweise hinzufügen, so das ein geschmeidigen Teig entsteht.
Zuletzt, langsam die Kakaomischung unter den Teig heben.

In die zuvor gefetteten Formen geben und für eine gute halbe Stunde bei 180 Grad abbacken.
Stäbchenprobe ist anzuraten. Wenn möglich sollte nichts mehr kleben bleiben.

Hernach, die kleinen Herzchen aus dem Ofen ziehen und gut auskühlen lassen. Der Rand des Kuchen muss sich von der Form gelöst haben.




Wir nutzen die Zeit und bereiten das Frosting zu:

125 gr.     Wasser
  30 gr.      dunkelbrauner Muscovado Zucker
175 gr.      ungesalzene Butter

In einem Topf aufkochen lassen, bis die Mischung hübsch blubbert. Nicht anbrennen lassen.

300 gr.    dunkle Schokoladentropfen ( ich - Vollmilch - der Kuchen ist für meine Tochter)

den Topf vom Herd ziehen, die Schokolade mit einem Mal hinein und solange rühren bis sich die Schokolade völlig gelöst hat.

Gut auskühlen lassen, es muss eine cremige Masse entstehen, die sich gut verstreichen lässt.
Den unteren Boden mit der Oberseite nach unten auf eine Tortenplatte setzen und mit einem Drittel der Creme bestreichen, die andere Kuchenhälfte, mit der Unterseite nach unten auf die Creme setzten mit dem leckeren Rest des Frostings von allen Seiten einstreichen. Sieht nett aus, wenn man kleine Spitzen zieht.

Sehr schokoladig das ganze Teufelchen.






Bon Appetit!

Sonntag, 6. August 2017

Da bin ich wieder - Chorus im Bagel Himmel

Nach langer Pause melde ich mich zurück.
Was gibt es Neues?
Nun, ich bin neuerdings Mitglied im Club der Rollifahrer.
Mein persönlicher "Ferrari" sticht heraus, durch ein wundervolles Rot.

Über die lange Zeit der Krankheit ist es mir gelungen meine Sauerteige am Leben zu halten.
*heilfroh*

Vor einigen Tagen habe ich an einer Tupperparty teilgenommen, dort wurde eine kleine, niedliche Doughnut/Bagel Silikonform vorgestellt.
Habe ich auch gekauft.
Muss ja Sinn machen.

Trotzdem habe ich in absoluter Selbstüberschätzung gedacht: Das kannst du besser!

Ich erinnerte mich an ein Rezept aus dem wunderbaren New York Kochbuch von Marc Grossman.

Bagel sind ja nichts anderes als ein Mitbringsel jüdischer Migranten aus Krakau, dort heißt man sie "Obwarzanek".
Von diesen Kringel hörte ich das erste Mal, durch meine wundervolle Corinna Lhoir, best Yoga Queen ever und den besten Ehemann von Allen, dem Meinigen.

Bagel werden aus einem Hefeteig geformt, die dann gesiedet werden bevor man sie abbackt.



Nun zum Rezept:

Man nehme für 10 , etwa 150 gr. schwere Bagelchen ( wenn man hat) .... folgende Zutaten:

1 Kilo  Weizenmehl Typ 550 oder Manitoba
1/2 l     Wasser 30 Grad
2 Teel. Trockenhefe
1 Essl.  Meersalz
2 Essl.  Gluten (optional)
3 Essl.  Malzsirup ( hier empfehle ich den guten Braunschweiger Mummesirup)
1 Essl. Backmalz enzymaktiv
1 Prise  Rohrzucker

Zum Pochieren:

2 3/4 l Wasser
1 Essl. Kartoffelstärke
1 Essl. Malzsirup
2 Essl. Meersalz


Sesam, Mohn, Kürbiskerne, Kreuzkümmel (optional)


Mehl mit dem Gluten ( habt bloß keine Angst vor Gluten! Das tut nix!) , der Trockenhefe und dem Meersalz mischen.
Wasser mit Malzsirup, Backmalz und Rohrzucker verrühren und zur Mehlhefemischung geben.
Das Küchenmaschinchen darf nun 10 Minuten bei Stufe drei kneten. Wir schauen interessiert zu und freuen uns, das wir das nicht selbst machen müssen.

Nun haben wir eine wunderschönes Teigkügelchen das wir eine gute halbe Stunde ruhen lassen.

Wenn der Teig ausgeschlafen hat, stechen wir Teigstücke von gut 150 gr. ab und schleifen dicke Kügelchen. Mit Daumen und Zeigefingen bohren wir mittig ein Löchlein und denen ordentlich.
Die gedehnten Bägelchen geben wir auf ein bemehltes Brett.


Und lassen sie eine gute Stunde bei Zimmertemperatur vor sich hin dümpeln.
Dieweil heizen wir den Backofen auf 250 Grad an und halten ein paar Eiswürfel bereit.

20 Minuten vor dem Backen, lösen wir die Kartoffelstärke in 150 gr. Wasser auf und geben sie zur Wasser-Malzsirup-Salz Mischung in den Kochtopf, den wir auf dem Herd bereits zum Kochen gebracht haben, nun nur leicht simmern lassen und die Bagelchen, Eins nach dem Anderen, von jeder Seite etwa 45 Sekunden abbrühen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Wahlweise mit Saaten besprenkeln und naturbelassen in den Backofen einschieben, in den wir kurz vorher zwei dicke Eiswürfel geworfen haben.


Die Temperatur senken wir auf 210 Grad und backen die kleinen Bagelchen für gute 20 Minuten.

So ungefähr sollten sie dann ausschauen.



Im Anschnitt :



Traditionell belegt werden sie mit Frischkäse, Räucherlachs, Tomaten und Zwiebelringen.

Probiert es aus, den Meinigen haben sie gemundet.

Bon Appetit, ihr Lieben.



Montag, 30. Mai 2016

Zimtschnecken New York Style nach Marc Grossman

Frühstück am Wochenende darf auch gerne mal in der Tradition der europäischen Einwanderer in den USA sein.
Junge Leute lieben Junk Food, aber Junk Food ist erst dann böse wenn es industriell gefertigt mit vielen E und der regen Mithilfe der großen Chemiebuden zustande kommt.
Bei mir ist Junk Food nur der klassische Herz - und Arterienkiller....wenn er also fett essen wollt, schmeisst die Kippen weg, dann klappt es hin und wieder auch mit der Butterdröhnung.....denn wir alle wissen ja................


                 Fett ist ein Geschmacksträger!


Ich habe ein wunderbares Rezeptbuch das sich mit der klassischen Einwanderküche befasst, denn wir alle wissen ja, das im Lande des Vollpfostens, 99 % der Bewohner Einwanderer sind...und die kommen nicht vom wundervollen Planeten "Trumpdoofistan" sondern aus Europa, Asien, Afrika....von überall...

   Kann irgendwer mit Verstand, dem Trumphuhn erklären das er
   das Balg von Auswanderern ist!


Okay, runterfahren, zurück zum Thema.....Zimtschnecken nach Marc Grossman ( Kind jüdischer Auswanderer!)

Aus dem wundervollen Buch:








Für den Teig benötigt ihr:

               400 gr.  Weizenmehl Typ 550 
                   6 gr.  Trockenhefe
               100 gr.   Vollmilch, handwarm
                 50 gr.   Wasser, lauwarm
                 30 gr.   Zucker
                 3 Essl.  Magermilchpulver
                 1/2 Teel. Vanille, gemahlen
                 1             Ei ( L )
                 2 Prisen  Salz
                 50  gr.     Butter 

Aus den Zutaten einen Hefeteig kneten, zum besseren Gelingen, lösen wir die Hefe im 28 Grad warmen Wasser, fügen sodann Hefe und Magermilchpulver und Zucker/Vanillemischung hinzu. Es folgen Milch und Mehl, wir kneten gute 10 Minuten und geben nun die Butter in Flöcken dazu, nochmal gute 5 Minuten kneten. In der letzen Minute das Salz dazugeben. Nun darf der Teig für gut 1 1/2 Stunden bei gut 28 Grad abgedeckt rasten ( wenn du in der Mikrowelle das Licht anschaltest..sie aber nicht anstellst, hast du in etwa diese Temperatur, wenn der Koment draussen glühst stellt du die Schüssel abgedeckt raus) Der Teig sollte sich verdoppelt haben. 
Nun rollst du den Teig zu einem großen Rechteck aus ( etwa so groß wie ein Geschirrtuch) und bestreichst sie mit 



der  Butterzimteinstreiche....


              100 gr. weiche Süssrahmbutter

auf den Teig streichen, darauf streust du dann

              60 gr. Muscovadozucker                          und 

              1 1/2 Teel. Zimt
  

nun rollst du den ganz Schmonsens von der Längsseite....also der längeren Seite her auf und schneidest von der Rolle Scheiben die sich hochkant in einer gefetteten rechteckigen Form anrichten lassen, nicht zu enge, die kleinen Scheißerchen gehen gut auf. Ihr lasst die Zimtelchen abgedeckt wiederum für eine Stunde bei 28 Grad in der Gärbox oder der Mikrowelle rasten. Ihr heizt derweil das Feuerchen an, auf gute 200 Grad Ober- und Unterhitze....nach der Gare in den Ofen und für 20 bis 25 Minuten abbacken. 



Noch heiß bestreicht ihr die Zimtelchen mit 

dem Cremecheeseicing, das ihr aus 

                     100 gr. Puderzucker
                     100 gr. Frischkäse

zusammenrührt.



Noch warm verspiesen, sind die Zimtelchen eine echte Sensation und absolut gelingsicher. 

Eine echt leckere Kalorienbombe. 









Mit freundlichen Grüssen an eurern Kardiologen.......  :D

Dienstag, 16. Februar 2016

Wattekuchen, Sägespänekuchen - einer von vielen Thüringer Blechkuchen

Kennengelernt habe ich diesen Kuchen auf dem Schiessplatz der Bogenschützen. Eine der Grossmütter hatte bei einem Event einen Kuchen gestiftet - eben jenen "Wattekuchen" - der einfach nur unglaublich lecker war...und mich bewog das Rezept zu erbetteln.
Rezept hatte ich, einmal hatte ich das Rezept nachgebacken und es dann, wie das Schicksal so spielt irgendwie verlegt. Es ist einfach nicht wieder aufgetaucht. Diverse Rezeptbücher haben sie mir auch diesselbe Weise "entzogen". 
Und irgendwann , wie die Socken, die in aller Regelmässigkeit als Deputat von einem hinterhältigen irischen Leprechaun geholt werden, um dann an aberwitzigen Stellen wieder aufzutauchen. 
So getan, tauchte das Rezeptchen wieder auf. 
Und ich musste es sofort backen - gesagt getan und der Kuchen war innerhalb eines Tages genauso weg, wie die das Rezept oder die Socken. :freu, freu, freu: 

Denn aufgemerkt, das was den Kuchen so oberlecker macht, sie die gefühlten 100 Tonnen reinsten Fettes....das lässt die Arterien jubeln...und den Cardiologen eures Vertrauens vor Freude tremolieren. 







Um dieses arterienverkleisternde Meisterwerk zu schaffen braucht ihr neben dem auf 170 Grad Ober-und Unterhitze vorgeheiztem Backofen, ein hohes Blech - das ihr mit Trennspray oder noch mehr Butter als der Kuchen es verlangt, einfettet. ( Fett ist ein Geschmackträger!) 


Für den Teig, ihr lieben Kindlein benötigt ihr zunächst einmal

    4         Eier (L)
500 gr.    Zucker
250 gr.    Schmand
250 gr.    Pflanzenöl, möglichst geschmacksneurtral
450 gr.    Patisseriemehl, oder 405 er Weizenmehl
    1 Pä.   Weinsteinbackpulver


Aus den Eiern und dem Zucker rührt ihr mit hoher Geschwindigkeit eine helle Creme, nun fügt ihr den Schmand hinzu. so das eine fluffige Creme entsteht, nun löffelweise das Öl und das mit dem Backpulver vermischte und gesiebte Mehl hinzufügen und zu einem homogenen Teig verarbeiten, den ihr die bereits gefettete Backform füllt. Nun backt ihr den Kuchenteig bei 170 Grad etwas 20 bis 25 Minuten, er sollte auf der Oberfläche goldbraun sein.

Hernach den Kuchen auskühlen lassen.

Kommen wir zur Creme, ihr kocht einen Pudding aus folgenden Zutaten:

600 gr.   Vollmilch
    2 Pä.   Puddingpulver Vanille ( gerne den aus dem Bioladen)

Wie man Pudding kocht steht auf dem Tütchen, Die Milchmenge ist hier bewusst reduziert.

In den noch heissen Pudding rührt ihr ( vorsicht nicht zucken jetzt...)

100 gr.  Palmin zimmerwarm
250 gr.  Butter  zimmerwarm


diese nette und fette Buttercreme streicht ihr behände über den Kuchen.

und für das Toppinnnnnng...ing, ing, ing

benötigt ihr 

200 gr. Butter
200 gr. Kokosflocken ( die aus dem Biomarkt sind echt Klasse)
150 gr. braunen Rohrzucker.....

Butter in der Pfanne schmelzen, erst den Zucker und dann die Kokosflocken hinzufügen ...und leicht ( die Betonung liegt auf LEICHT!) anbräunen....
Nun auf den Kuchen streunen, das sollte dann ungefähr so aussehen. 




Damit füttert ihr dann eure allerliebsten Freundinnen und auch die, die ihr nicht leiden könnt denn in dem Kuchen wohnen ganz viele dieser fiesen, kleinen Scheixxerchen, genannt KALORIEN, die dann Nachts kommen und deren Klamotten enger näher.







Viel Spass und Erfolg beim Nachbacken, wünscht Euch wie immer


Die Mehlkäferin



Sonntag, 17. Januar 2016

Mit Vollkornbrot ins Neue Jahr - Dinkel - Roggen Brot ohne Kürbiskerne

, nach Weight Watchers, sehr frei interpretiert vom Mehlkäfer , deines Vertrauens.




3 smarte Points pro Scheibe, bei 26 Brotscheibchen.......

Ich habe ein kleines Rezeptbuch von Weight Watchers veehrt bekommen, das neben einigen interessanten und spannenden Rezept auch zwei Backrezepte enthalten, die bei mir zur massiven Gänsepelle führten, denn sie arbeiten mit Angaben, die eher einen kompakten Stein zu Tage fördern, denn ein wohlschmeckendes Brot oder einen Zopf, dessen hervorstechendes Mehrmal der starke Hefegeschmack und Hefeduft ist. Zudem wird hier überwiegend mit Trockenhefe gearbeitet und die ist meines Erachtens nur im äussersten Notfall zu verwenden  - bei Hungernot oder Krieg?!


Im Ursprungsrezept sind Sauerteigextrakt und Ahornsirup angegeben, diese Komponenten, sowie die Trockenhefe habe ich ersetzt.


Mein  Variation vom Dinkel - Roggen - Brot ( ohne Kürbiskerne)

sieht folgendermaßen aus:

Sauerteig


400 gr. Roggenvollkornmehl, frisch gemahlen ( wer keine Mühle hat, beim Biodealer ...)
  40 gr. ausgefrischtes Roggenanstellgut
400 gr. Wasser ( 50 °C)

Roggenvollkornmehl und Wasser verrühren , das Anstellgut hinzufügen, mit einem Holzlöffel möglichst glatt rühren. Bei 20 Grad Raumtemperatur gut 24 Stunden reifen lassen.




840 gr. Sauerteig
400 gr. Dinkelvollkornmehl ( wer keine Mühle hat, vom Biodealer)
310 gr. Wasser ( ca . 36 ° C)
    6 gr. Frischhefe ( Bioqualität ) * optional
  11 gr. Meersalz
  10 gr. Thymianhonig ( hier habe ich den Ahornsirup kurzerhand gestrichen)


Wer ohne Hefe backt, erhöht die Stückgare, soll heissen, ihr wartet solange bis der Teig den oberen Rand euer Backform erreicht hat, bevor ihr die Form in den Ofen schiebt. Das kann ja nach Raumtemperatur schon mal 4 bis 6 Stunden dauern.



Du brauchst eine großen Rührschüssel und einen stabilen Holzlöffel. Alle Bestandteile des Rezeptes möglichst klümpchenfrei verrühren - Dinkel hasst es zu lange geknetet oder gerührt zu werden.
Nach getaner Tat, füllst du deinen relativ flüssigen Teig in eine geölte Form ( ich bevorzuge hier Trennspray) .


Nun eine schicke Abdeckhaube über die Form und ca. 80 bis 90 Minuten Geduld, die kleinen Helfer im Teig brauchen Zeit um ihren Dienst zu verrichten. Zwischenzeitlich heizt du einen Backofen auf  250 Grad auf, dein Brot liebt Wärme.... so solltest ihm diese gönnen.
Wenn dein Teig den oberen Rand der Form erreicht hat, schiebst du Backform mit dem Teig ( aber ohne die Duschhaube...) in den Ofen, nach zwei Minuten öffnest du den Ofen einen Spalt und schwadest das Herzchen ordentlich, soll heissen du wuppst mit der Blumenspritze ( hier allerdings klares Wassser ohne Dünger oder Glanzmittelchen..) einen anständigen Wassernebel in deinen Backofen. Nach 10 Minuten öffnest du den Ofen, lässt den Wasserdampf entweichen und regulierst du Backtemperatur auf  210 Grad und backst für weitere 60 Minuten ab.



Vor dem Anschneiden des Brotes sollte es mindestens 24 Stunden ruhen...... Vollkornbrot mag nicht frisch angeschnitten werden.






 Viel Spass beim Nachbacken.





Sonntag, 21. Juni 2015

St. Galler Ruchbrot

Lange hat es gedauert bis ich es angegangen bin...

mit diesem Brot verbindet sich für mich eine Geschichte.
Im Jahr 1994 musste mein Mann, beruflich, für gut ein Jahr in die Schweiz. Und weil unser Sohn damals noch keine drei Jahre alt war, begleiteten wir , mein Sohn, ich und unsere zwei Hunde ihn dorthin.
Das war für uns eines der schönsten Jahre unseres Lebens.
Wir bewohnten eine kleine, hübsche Wohnung direkt am Waldrand.
Mein Mann ging seinen Aufgaben nach und wir beschäftigten uns, durchforsteten den nahegelegenen Wald, lernten liebenswerte Menschen kennen, die unser Leben durch ihre gastfreundliche Offenheit und Freundschaft bereicherten.
Einer dieser besonderen Menschen war Bea, meine direkte Nachbarin, die so gar nicht meinen durch Johanna Spyri und Barbara Noack vorbelasteten Bild einer Schweizerin passen wollte.
Ich hatte bisher noch niemals einen so weltgewandten und wunderbaren Menschen kennenlernen dürfen. Bea war eine Dame, vom Kopf bis zu Sohle, war sprach- und wortgewandt, gebildet und cosmopolitisch und vollkommen frei von Vorurteilen und mit einem besonderen Humor, der in der Lage war über eine Schwächen zu lachen.
Sie hat mir in dieser Zeit die Sicht auf viele Dinge ermöglicht und durch ihre ansteckende Lebensfreude unseren Aufenthalt bereichert. Sie hat mir Land und Leute nahegebracht.
Über die Jahre hielten wir Kontakt, riefen einander an. Die Zeit verging, meine Tochter wurde geboren. Die Kontakte wurden weniger ab erloschen nie vollkommen.
Bis ich irgendwann feststellte das Jahre vergangen waren ohne das mir das bewusst war...ohne einen Brief, einen Anruf.
Und dann erinnerte ich mich an unser letztes Gespräch, sie fragte nach den Kindern, und erzählte wenig über sich. Ich hatte den Eindruck das sie etwas bedrückte und wollte sie aber nicht bedrängen.

Es waren Jahre ins Land gegangen, ohne das Bea in meinen Gedanken präsent gewesen wäre....nun war sie mit einemal da, und ich versuchte sie auf der alten Telefonnummer anzurufen.
Es gab die Nummer nicht mehr. Ich begann im Internet zu suchen, aber konnte weder sie, noch ihren Lebensgefährten finden. Dann faste ich mir ein Herz und rief im Haus an, hier hatte ich Namen gefunden die mir bekannt im Ohr klangen. Ich erläuterte kurz wer ich war und schon beim zweiten Anruf hatte ich Glück, ich sprach mit jemandem der damals jung verheiratet dort wohnte, in der Wohnung direkt unter uns.
Und die Geschichte die sie mir erzählte wollte mir schier das Herz zerreissen. Meine Freundin Bea war viel zu jung verstorben. Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie wusste das es keine Rettung geben würde und hatte sich noch von allen Freunden verabschiedet.
Und das tat sie auch bei mir und ich habe es einfach nicht ge- und bemerkt.
Es ist mir als hörte ich ihre Stimme, als hörte ich sie lachen...


                                                                 Bea Seiz


Und nun habe dieses Brot gebacken, denn eines habe ich gerade dort gelernt. Lebensfreude, Freundschaft und Genuss gehen Hand in Hand, gehören zusammen...

St. Galler Ruchbrot nach einem Rezept von Roger Warna

mit minimalen Änderungen.




Zunächst braucht es einen Pâte fermentée aus

240 gr.                                    Ruchmehl ( ich habe hier ein frz. Weizenmehl T80 gewählt)
  20 gr.                                    Weizenvollkornmehl
200 gr.                                    Wasser, raumtemperiert
    4 gr.                                    Frischhefe
    4 gr.                                    Meersalz

Die Hefe im Wasser aufschwemmen, Vollkornmehl und Salz unterrühren, zuletzt das Brotmehl hinzufügen und gut verkneten.
Nun mind. 2 Stunden bei Raumtemperatur anspringen lassen und dann für gut 24 Stunden in den Kühlschrank.

Am nächsten Morgen aus dem Kühlschrank nehmen und Raumtemperatur annehmen lassen.

Nun zum Hauptteig

468 gr.                            Pâte fermentée
600 gr.                            Ruchmehl ( ich: frz. Weizenmehl T80)
  90 gr.                            Weizenvollkornmehl
400 gr.                            Wasser , raumtemperiert
  10 gr.                             Frischhefe
  16 gr.                             Salz


Ich schwemme zunächst die Hefe im Wasser auf, füge dann das Weizenvollkornmehl und den Pâte fermentée hinzu, verrühre alles und lasse es für 5 Minuten anspringen.
Nun folgen Ruchmehl oder Brotmehl, alles für 10 Minuten auf langsamer Stufe vom Küchenbullen verkneten lassen, nun folgt das Salz und eine weitere Runde auf dem Küchenbullen für 5 Minuten auf Stufe 2 bis 3.

Es schliesst sich eine Teigruhe von 90 Minuten bei 28 °C an.

Den Backofen und Stein auf 250 Grad vorheizen.

Nun geht es ans formen und das könnte ein Problem werden. Muss aber nicht.
Auf Roger Warnas Blog findet sich eine wunderbare Fotoanleitung.

Den Teig teilen und jeweils rund schleifen, mit einem Rollholz eine Hälfte flach rollen und über die andere Hälfte schlagen, nun einen jeweil rechts und links eine Flügel rollen und damit die Mitte überschlagen, ( als ob man sich in ein Dreiecktuch einwickelt).




Nach dem Formen max. 10 Minuten entspannen lassen und dann mit einem Mörderschwaden in den Ofen bringen. Nach gut 20 Minuten den Schwaden ablassen und für weitere 30 Minuten bei 230 Grad fertig backen.
10 Minuten bevor man die Brote herausbringt, mit Wasser abstreichen, damit sie einen schönen Glanz bekommen.

Der Duft ist vielversprechend.

Mit Butter und Käse ein Gedicht.....zu diesem Brot passt eigentlich alles.





Wunderbares St. Gallerbrot
so wie ich es erinnere...




viel Spass beim nachbacken und mit dem Gruss der Müller



                                                                      Glück zu!



                                                       























Dienstag, 16. Juni 2015

The Famous Ritz Carlton Hotel 1920's Tea Room Lemon Pound Cake.

Das ist doch mal ein Name, oder?

Zum niederknien.

Da ich momentan etwas angeschlagen bin, lese ich zur Aufmunterung Agatha Christies "Herkules Poirot", ihr wisst schon, den putzigen kleinen Franzosen, mit den grauen Zellen, der eigentlich ein Belgier ist.
Und weil das ja in den zwanziger Jahren, den letzten Jahrhunderts spielt ....war mir nach etwas Klassischem.
Auf Scones konnte ich nicht, wohl aber auf einen Zitronenkuchen bzw. einen schönen, nicht zu trockenen Kranzkuchen, der nicht nur nach Sommer schmeckt, sondern auch danach duftet.

Und ob das glaubt oder nicht, dazu passt , man mag es glauben oder nicht eine wunderbare Clotted Cream mit einer ebenso wunderbaren handgedengelten Marmelade. Einfach sensationell.





Frankfurter Kranz ohne Frankfurt und ohne Gedöns.


Fast wie ein kleines Gedicht von John Keats

"Where be ye going, you Devon maid?
And what have ye there i' the basket?
Ye tight little fairy, just fresh from the dairy,
Will ye give me some cream if I ask it?

I love your meads, and I love your flowers,
And I love your junkets mainly,
But 'hind the door, I love kissing more,
O look not so disdainly!

I love your hills, and I love your dales,
And I love your flocks a-bleating;
But O, on the heather to lie together,
With both our hearts a-beating!

I'll put your basket all safe in a nook,
Your shawl I'll hang up on this willow,
And we will sigh in the daisy's eye,
And kiss on a grass-green pillow."


Und wer das auch mal "fühlen".....oder auch nur schmecken und riechen möchte braucht dazu:

3 cups flour
 
1 tbls. baking powder
3/4 tsp. salt
1  cup unsalted butter room temp
1/2 cup crisco
5 large eggs
3 cups sugar
1 cup whole milk, I used half and half because I had some
6-8 Tbsp. fresh squeezed lemon juice
1 zest of one of the lemons you squeezed
 
Okay, wir dröseln das jetzt mal auf, weil die amerikanische Version mit dem Crisco nicht die englische sein kann. Crisco geht gar nicht, wohl aber "Shortening" ....was einfach nur "Pflanzenfett" bedeutet. Das bleibt euch überlassen. Übersetzen wir also mal übersichtlich :
 
3 Tassen Mehl  -   360 gr. Patisseriemehl oder Weizenmehl T 405
1 Essl.
Backpulver       -    1 Essl. Backpulver
3/4 Teel.
Salz                   -    3/4 Teel.  Meersalz
1 Tasse
ungesalzene
Butter                 -  225 gr. Süssrahmbutter, zimmertemperiert
1/2 Tasse
Pflanzenfett        - 112 gr. Palmin (Soft)
5 grossse
Eier                     - 5 Eier, (L) zimmerwarm 
3 Tassen
Zucker                - 675 gr. Zucker 
1 Tasse
Milch                  - 240 gr. Vollmilch
6-8 Essl.
Zitronensaft        - 6 Esslöffel Zitronensaft
 
 
Abrieb einer Zitrone
1 Essl. Limoncello
 
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen,
Eine runde Backform "Bundt" fetten und mit 1 Essl. Mehl bestäuben.
 
Butter, Pflanzenfett und Zucker
für mind. 10 Minuten schaumig aufschlagen.
Alle festen Bestanteile wie Mehl, Backpulver, Meersalz, Zitronenabrieb vermischen und beiseite stellen.
Die Eier aufschlagen und ein Ei nach dem Anderen langsam unter die Butter mischen.
 
Nun folgen löffelweise, je ein Esslöffel Mehlgemisch, einem Esslöffel Milch.....das endet immer mit einem Esslöffel Mehlgemisch.
 
At last, die 6 Esslöffel Zitronensaft  und den Limoncello unterschlagen, so das ein glatter und duftender Teig entsteht.
 
 
 
Wir füllen den Teig in eine große Kranzform und backen das kleine Meisterwerk für eine knappe Stunde. Beobachte, sollte der Kuchen zu schnell Farbe annehmen ...mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe empfiehlt sich hier.
 
Mit dem Anschnitt warten bis das gute Stück ausgekühlt ist.
 
 
 
Der Anschnitt müsste dann etwa soooooo aussehen:
 
 
 
 
 
Die Gäste können kommen und freuen sich sicher über eine gute Tasse Tee, etwas Clotted Cream und etwas von Grossmutters Erdbeer - oder Kirschmarmelade. Wer hat und kann, auch gerne mal Zitronengelee oder Bitterorange Marmelade.
 
 
 
 
 
                                 Ach du ahnst das nicht, der war jetzt nicht eingeladen, aber der
                                                       Duft ist wirklich verführerisch.
 
 
 
                                            ( und nein, das ist keine Ratte! DAS ist Puccini!)
 
 
                                                                          Bon Appetit!
 
 
 
 
 
 









Montag, 15. Juni 2015

Happy Birthday to us - 1 Jahr "Die Mehlkäfer" - ein Grund zu feiern?

Ich habe ziemlich lange nichts geschrieben. Man könnte das als Sinnkrise bezeichenen , macht das bloggen Sinn oder ist es eher der Zeitvertreib sich langweilender Menschen?

Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen. Es macht mir Freude, es ist ein Onlinetagebuch dessen was ich mit viel Elan und Enthusiasmus begonnen habe... unsere Ernährung begreifbarer ( im wahrsten Sinne des Wortes!) zu gestalten.

Ich will wissen, was wir essen, wo es herkommt.  Den Einfluss den Nahrung auf unserer ganzes Leben, auf Gesundheit und Wohlbefinden hat, ist von großer Bedeutung. Ein Familienmitglied litt unter einer schweren chronischen Erkrankung, die dessen Lebensqualität massiv einschränkte.
Und hier greift nun ein was ich nicht für möglich hielt, die Vitalwerte sind mittlerweile die eines gesunden Menschen, was hinsichtlich der Schwere der Erkrankung gar nicht möglich ist.

Wunder? Nein!

Ich backe nun seit nunmehr 3 Jahren mein Brot selbst und kaufe bevorzugt mein Getreide und mein Mehl in kleinen Handwerksmühlen. Alte Getreidesorten, und nicht die Hochleistungsgetreide, die letztlich den Ertrag maximieren sollen, aber letztlich nicht selten für Erkrankungen verantwortlich zeichnen, die dann mit dem Stempel "Glutenunverträglichkeit" abgehandelt werden. Bis auf einige wenige Mitmenschen, die tatsächlich an einer lebensbedrohlichen Zöliakie ist realitas vergleichsweise gering. Neuere Studien ergaben, das es bei überwiegenden Zahl derer, die glauben an einer Glutenunverträglichkeit zu leiden, aller Wahrscheinlichkeit nach um eine normale sensitive Reaktion auf ATI (Amylase-Trypsin-Inhibitoren), einem natürlichen Abwehrstoff des Getreides gegen Frassfeinde und Parasiten. Durch neue ertragreichere Züchungen hat sich dieser Stoff in den Pflanzen hochpotenziert, was eben bei sensitiven Menschen zu Symtomen führen kann, die denen gleichen, die bei einem Patienten mit einer diagnositzierten Unverträglichkeit vorkommen können.

Sich auf alte Getreidesorten zu konzentrieren, scheint mir hier ein guter und ganzbarer Weg.
Weizen macht weden fett, faul, noch macht er krank oder gar dement, wie uns einige Schreiberlinge weissmachen wollen, die mit der Hysterie gut Geld verdienen. Man bediene sich der Angst und alle Leute folgen, wie die Ratten in Hameln, jenem Mann mit der Pfeife.

Auf ein helles Brötchen oder Toast muss niemand verzichten.
Aus diesem Grund widmet sich mein Jubiläumspost dem Toast.

Eine Gegenüberstellung.

Zum einen ein Rezept aus dem Lehrbuch angehender Bäcker und Bäckerinnen, sowie einem Dinkeltoastrezept aus dem Feder und dem Backofen, des hochgeschätzen Dr. Björn Hollensteiner

Toastbrot aus dem Lehrbuch




Einfacher Buttertoast

  500 gr. Manitobamehl T 550
  500 gr. Weizenmehl T 550
  520 gr.  Wasser
    30 gr. Vollmilchpulver
    20 gr.  Zucker
    35 gr. Hefe ( im Orginalrezept waren 50 gr. Hefe angeben, too much for me!)
    50 gr. Butter
    20 gr. Salz
    10 gr. Backmalz


im handwarmen Wasser schwemmen wir Hefe und Backmalz auf. Wir fügen die Mehle hinzu und vermischen für 5 Minuten bei geringer Geschwindung. Nun fügen wir die weiche Butter hinzu und kneten für weitere 10 Minuten. Den Teig für 45 Minuten bei Raumtemperatur abgedeckt ruhen lassen. 
Nun nochmal mit der Hand ankneten, und in 10 Teile a 175 bis 180 Gramm abstechen und rundschleifen. Eine Kasten - oder Toastbrotform fetten, die Rundstücke dort dicht an dich hineingeben, abdecken und bei 28 Grad für gut 45 Minuten gehen lassen oder solange bis der Teig bis fast an den Rand der Form gelangt ist.

Backofen während dieser Zeit auf 190 bis 200 Grad bringen, den Toast mit einem Mörderschwaden für ca. 45 Minuten abbacken.





Ich habe mir einen Paninigrill gegönnt und aus diesem Grund auf die Toastbrotbackform verzichtet, denn ich wollte Monsterscheiben.





lohnt sich definitiv nachzubacken. Ich mag Dinkel, den leicht nussigen Geschmack.

Ausserdem macht sich dieser Toast sehr gut auf dem neuen Gadget.

Guckst du hier...lecker nicht wahr?





Eine tolle Krume oder?

Durch den Vorteig und die Milch Roux, erhält man eine etwas bessere Frischhaltung.








Yeah.


Und weil ich dieses Jubiläumspost nicht einfach abschliessen möchte, kommt jetzt eine Herausforderung für alle die gerne und viel backen.

Da ich nicht sehr weit von dem Ort lebe, an dem der gute Eulenspiegel, Eulen und Meerkatzen buk ( Wir erinnern uns: "Als Eulenspiegel wieder nach Braunschweig in die Bäckerherberge kam, wohnte nahe dabei ein Bäcker. Der rief ihn in sein Haus und fragte ihn, was er für ein Geselle sei. Er sprach: „Ich bin ein Bäckergeselle.“ Der Brotbäcker sagte: “Ich habe eben keinen Gesellen. Willst du mir dienen?“ Eulenspiegel sagte: “Ja.“
Als er nun zwei Tage bei ihm gewesen war, hieß ihn der Bäcker, am Abend zu backen, denn er konnte ihm bis zum Morgen nicht helfen. Eulenspiegel sprach: “Ja, was soll ich denn backen?“ Der Bäcker war ein leicht erregbarer Mann, er wurde zornig und sagte im Spott: „Bist du ein Bäckergeselle und fragst erst, was du backen sollst? Was pflegt man denn zu backen? Eulen oder Meerkatzen!“ Und damit legte er sich schlafen.
Da ging Eulenspiegel in die Backstube und machte aus dem Teig nichts als Eulen und Meerkatzen, die ganze Backstube voll, und backte sie.
Der Meister stand des Morgens auf und wollte ihm helfen. Doch als er in die Backstube kam, fand er weder Wecken noch Semmeln, sondern lauter Eulen und Meerkatzen. Da wurde der Meister zornig und sprach: „Daß dich das jähe Fieber packe! Was hast du da gebacken?“ Eulenspiegel sagte: „Was Ihr mich geheißen habt, Eulen und Meerkatzen.“ Der Bäcker sprach: „Was soll ich nun mit dem Narrenzeug tun? Solches Brot ist mir zu nichts nütze. Ich kann das nicht zu Geld machen.“ Und er ergriff Eulenspiegel beim Hals und sagte: „Bezahl mir meinen Teig!“ Eulenspiegel sprach: „Ja, wenn ich Euch den Teig bezahle, soll dann die Ware mein sein, die davon gebacken ist?“ Der Meister sagte: „Was frage ich nach solcher Ware! Eulen und Meerkatzen kann ich nicht gebrauchen in meinem Laden.“
Also bezahlte Eulenspiegel dem Bäcker seinen Teig, packte die gebackenen Eulen und Meerkatzen in einen Korb und trug sie aus dem Haus in die Herberge „Zum Wilden Mann“. Und Eulenspiegel dachte bei sich selbst: Du hast oft gehört, man könnte keine so seltsamen Dinge nach Braunschweig bringen, daß man nicht Geld daraus löste. Und es war am Vortage des Sankt-Nikolaus-Abends. Da stellte sich Eulenspiegel mit seiner Ware vor die Kirche, verkaufte alle Eulen und Meerkatzen und löste viel mehr Geld daraus, als er dem Bäcker für den Teig gegeben hatte.
Das wurde dem Bäcker kundgetan. Den verdroß das sehr, und er lief vor die Sankt-Nikolaus-Kirche und wollte von Eulenspiegel auch die Kosten für das Holz und für das Backen verlangen. Aber da war Eulenspiegel gerade hinweg mit seinem Geld, und der Bäcker hatte das Nachsehen.

Quellen:

Hermann Bote, Till Eulenspiegel, Kapitel 62; aufgerufen über http://gutenberg.spiegel.de, 13.12.2011."


Nun ihr lieben Bäckersleut, das soll bis zum 16. Juli dieses Jahres eure Aufgabe sein. Backt Eulen und Meerkatzen für die Mehlkäferin.
Sie wird es euch danken, dem Sieger winkt ein Preis, aus der Stadt in der gute Till liebte, lachte, soff, als auch Eulen und Meerkatzen buk.

Ihr backendes Volk, es soll euer Schade nicht sein.



Mit vielen lieben Grüssen an all die treuen Leser...


eure Mehlkäferin.